Nutzungsausfallentschädigung bei Fahrzeugen

02. September 2019

Wer unverschuldet einen Verkehrsunfall erleidet und deshalb auf das beschädigte Fahrzeug verzichten muss, hat entweder Anspruch auf ein Mietfahrzeug oder auf Nutzungsausfallentschädigung. Dies gilt auch für Motorräder, Leichtkrafträder und Fahrräder. Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung wird nach der Tabelle von Sanden/Danner/Küppersbusch ermittelt.

Der Geschädigte muss nachweisen, wie viele Tage ihm das Fahrzeug nicht zur Verfügung stand. Es müssen stets Nutzungsmöglichkeit und Nutzungswille vorliegen. Wenn jemand schwer verletzt wurde und er deshalb das Fahrzeug nicht führen kann, hat er keinen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung. Am Nutzungswillen fehlt es auch dann, wenn der Geschädigte das Fahrzeug lange Zeit weder reparieren lässt noch eine Ersatzbeschaffung vornimmt.

Wenn das Unfallfahrzeug älter als 5 Jahre ist, wird es in der Tabelle eine Gruppe niedriger eingeordnet und bei einem Alter von über 10 Jahren sogar um 2 Gruppen abgestuft.

 

Wenn ein Geschädigter sich irgendwie behelfen kann, macht es Sinn, auf ein Mietfahrzeug zu verzichten und Nutzungsausfallentschädigung geltend zu machen. Sofern es beispielsweise bei der Reparatur Probleme gibt, weil zum Beispiel Ersatzteile nicht so schnell beschafft werden können, kann es durchaus sein, dass Nutzungsausfall über viele Woche oder gar Monate von der gegnerischen Versicherung zu zahlen ist. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn der Geschädigte selbst nicht in der Lage ist, die Reparatur oder die Ersatzanschaffung aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Von daher ist es wichtig, dass der Geschädigte gleich beim ersten Aufforderungsschreiben an den Schädiger bzw. seine Versicherung darauf hinweist, dass er nicht in der Lage ist, diese Kosten zu übernehmen.

Bei langer Reparatur- oder Wiederbeschaffungsdauer kann die Nutzungsausfallentschädigung höher sein als der Restwert des Unfallfahrzeugs.

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